Wie kann man die Tiefe der Eltern- Kind- Beziehung messen?

Neulich laß ich in einer Zeitschrift einen Artikel zur Vaterrolle und der Beziehung, die die Papas zu ihren Kindern haben. Darin resumierte der Schriftsteler- selber Vater eines Kleinkindes-dass die Tiefe der Beziehung sich nicht in der Dauer der gemeinsamen Zeit, sondern in der Intensität misst!

 

Zunächst laß ich diese Aussage einmal, dann zweimal und ein drittes Mal. Es regte sich etwas in mir, dass nicht konform mit diesem Satz ging.

 

Es waren drei Aspekte, die zu klären waren: Beziehung und Beziehungstiefe, Beziehung und gemeinsame Zeit, Beziehung und Intensität.

Jede Beziehung ist individuell

Jede Beziehung, die wir eingehen, ist individuell, subjektiv gefühlt und vor allem flexibel (veränderlich, wachsend, in Tiefe gehend). Wir gehen mit Kindern und Mitmenschen in Beziehung um eine gemeinsame Schwingung zu erzeugen, die uns bestärkt weiterzugehen und uns auszutauschen. Treten wir mit unseren Kindern in Beziehung teilen wir unsere Zeit. Es wird unsere gemeinsame Zeit!

 


Beziehung wächst durch Zeit

Generell braucht Beziehungsaufbau Zeit. Die Zeit ist erforderlich für das gegenseitige Kennenlernen und Aufeinandereinstellen. Aus dem frühen Wochenbett berichtet Hebamme Stadelmann (2005: 268). Es ist die Zeit der innigsten Verbindung zwischen Mutter und Kind. Die beiden leben in einer Art Symbiose und sind unzertrennlich.

Unterschiedliche Situationen und Kontexte verhelfen sich besser kennen zu lernen, da die jeweiligen Bedingungen zu veränderten Interaktionen führen.

Weiterhin kann der Zeitfaktor auch nach dem Alter des Kindes gesplittet werden. In der Säuglings- und Kleinkindzeit spielt Zeit eine enorme Rolle. Je älter das Kind wird und mit mehreren Leuten in Beziehung tritt, desto geringer wird die Zeit werden, die es mit den Eltern verbringen möchte. Allerdings wird es sich ein Minimum an Zeit einpendeln, die mindestens zusammen verbracht werden sollte und von Kind zu Kind sehr variieren kann.

 

Qualität der gemeinsamen Zeit mit dem Kind

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Qualität der verbrachten gemeinsamen Zeit. Bin ich als Mama oder Papa nicht nur körperlich anwesend, sondern bin ich ein aktiver, wacher und konstruktiver Kommunikationspartner? Lebe ich eine achtsame und respektvolle Haltung? Ich kann zudem viel Zeit mit meinem Kind verbringen, jedoch kann das wenig nützlich für unsere Beziehung sein, weil wir nicht oder nur sehr selten in wahrhaftige Beziehung treten.

 

Im Gegensatz dazu kann wenig aber dafür intensive Beziehungszeit miteinander gelebt werden. Darin offenbart sich bereits, dass für den Beziehungsaufbau zu unseren Kleinsten sowohl das Zeitkriterium als auch das Qualitätskriterium eine bedeutungsvolle und Ausschlag gebende Funktion tragen.

 

Abschließend stellt sich die Frage wie Beziehungstiefe wirklich gemessen werden kann…?! An der Zeit, an der Qualität, an beidem…? Wie kann das subjektive Beziehungsgefühl objektiv gemacht werden? Und da Beziehung immer mindestens zwei Menschen voraussetzt, wie bringt man eventuell sogar verschiedene Beziehungsgefühle in eine Messung ein?

 

Beziehung braucht nicht gemessen zu werden, sie muss gelebt werden

Letztlich zählt nicht die Beziehungsmessung, sondern das innere Gefühl, was unserem Kind sagt:

 

Du bist herzlich willkommen hier. Du bist vollkommen richtig so wie du bist! Schön, dass Du da bist!

 

In Beziehung miteinander gehen

 

Es liegt in der Verantwortung der Eltern und aller Personen, die mit Kindern in Kontakt kommen wollen, die Beziehung zu pflegen. 

Unsere Kinder können nur von uns lernen!

 

Jede Beziehung beginnt mit uns selbst!

 

Gehe also lieb, herzlich und geduldig mit Dir selbst um!


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