Hilfe, mein Kind isst so schlecht!

Hast du ein Kind, das nicht viel isst?

 

Hast du ein Kind, das sehr wählerisch in seiner Nahrungswahl ist?

 

Hast du ein Kind, das in deinen Augen nur sehr wenige Lebensmittel zu sich nimmt?

 

Hast du Konflikte um das Thema „Essen/ Mahlzeiten“ erlebt?

 

Setzt du vielleicht sogar Belohnungen ein, um dein Kind zum Essen/ Weiteressen zu animieren?

 

Versuchst du dein Kind zum Essen zu überreden?

 

 

Impulse für den Umgang mit schlecht essenden Kindern

Zunächst habe Verständnis für das Essverhalten deines Kindes! Geh in Gedanken zurück wie du als du klein gegessen hast bzw. wie dein heutiges Essverhalten charakterisiert ist.

 

Was isst du unheimlich gerne?

 

Was sind deine Lieblingszutaten?

 

Welche Nahrungsmittel verträgst du am besten?

 

Wie viel Essen nimmst du wann zu dir?

 

Welche Speisen meidest du?

 

 

Dein Kind isst intuitiv genau das, was es braucht!

Das, was dein Kind dir in seinem Nahrungsverhalten zeigt, ist fast immer normal und völlig natürlich! Dein Kind folgt lediglich seinem Bauchgefühl. Es isst, wenn es hungrig ist, und nur das, was ihm/ ihr schmeckt und gut tut. Dein Kind hört auf zu essen, wenn es satt ist. Jeder Körper hat ein Gespür für das richtige Maß, und es wird einem nicht mehr schmecken, wenn man es nicht mehr braucht. Bedenke, für Kinder schmecken viele Lebensmittel noch intensiver als bei uns Erwachsenen!

 

Dieses intuitive Essen (vom Bauch geleitet) kann phasenweises bedeuten, dass dein Kind: wochenlang nur eine einzige Speise favorisiert. Das klingt im ersten Moment nach einseitiger Ernährung- doch kein Kind wies am Ende einer Studie der amerikanischen Ärztin Davis einen Nährstoffmangel auf.

 

Bei meinem Kind beispielsweise folgten den Eierkuchenphasen Kartoffelbreizeiten. Das Nahrungsrepertoire beschränkt sich bis heute auf sehr wenige Nahrungsmittel, die als Brotbelag in Frage kommen, allerdings werden Obst und Gemüse von Anfang an- gern auch in Mengen zu sich genommen. Bereits als Baby hat mein Kind Brei konsequent abgelehnt (aber nicht wegen der Konsistenz!). Er wollte lieber feste Nahrungsmittel, aber alleinig und nicht vermengt mit anderen Nahrungsmitteln probieren (eigenständig von der Hand in den Mund).

 

Das kindliche Bauchgefühl sagt deinem Kind, was es gerade für seine/ ihre Entwicklung braucht und was nicht- das stimmt oftmals nicht mit deinen Vorstellungen überein!

Stülpe nicht deine gedanklichen Wünsche auf dein Kind über frei nach dem Motto:

 

„Mein Kind verhungert sonst!“

 

„Mein Kind muss doch ausreichend Kalorien zu sich nehmen.“

 

„Nur wenn mein Kind sein Brot schafft, bin ich beruhigt!“

 


Was sind deine Erwartungen an dein Kind?

Mach dir ganz bewusst, welche Erwartungen du an das Essverhalten deines Kindes hast! Überprüfe, welche Erwartungen aus deiner Kindheit eruieren:

 

Musstest du immer aufessen?

 

Musstest du "wenigstens" probieren?

 

Was verbindest du mit Essen und der Nahrungsaufnahme?

 

Welchen Stellenwert hat Nahrung für dich/ für euch als Familie?

 

 

 

Günstige Erfahrungen bei schlecht essenden Kindern

o   Anbieten nicht in Form von: „Probier dich wenigstens mal! Es gibt Kinder, die bereits bei dieser Formulierung konsequent ablehnen! Stattdessen kann ich aus Erfahrung sprechen: Teller mit frisch aufgeschnittenen und Mund gerechten Happen von Obst und Gemüse oder Nüsse und Samen auf dem Tisch stellen und Kinder selber handeln lassen, gemeinsam Einkaufen und Zubereiten, Lass` es zu, dass dein Kind neue Nahrungsmittel zunächst mit allen Sinnen erforschen möchte- das ist völlig normal! Darüber lernt dein Kind das Lebensmittel kennen.

 

 

o   Keinen Druck, Zwang oder Bedingung an das Essen knüpfen

 

 

o   Selbstbestimmung

 

 

o   Selbst Handeln (selbst auf den Teller laden) und selbst bestimmen lassen (ist dir vielleicht von der Stillzeit bekannt?)

 

 

o   Gemeinsames Essen und gemeinsames Zubereiten der Speisen

 

 

o   Essen mit positivem Gefühl verknüpfen: du darfst essen, du musst aber nicht! Wenn du gerade keinen Hunger hast, aber wir Eltern gerne Abendbrot essen wollen, kannst du dich gerne zu uns gesellen, wir würden uns freuen, wenn du aber stattdessen deiner Beschäftigung nachgehen möchtest, kannst du das gerne tun!

 

 

 

Essen ist Lebensqualität- die Freude am Essen ist ausschlaggebender als die Menge an gegessenen Nahrungsmitteln!

 

 

Vertraue deinem Kind. Es zeigt dir den Weg! Dein Kind wird von ganz allein Dinge essen, wenn seine Zeit reif dafür ist. Jeder Mensch ist individuell, auch in seiner Essensauswahl! Kinder haben ein natürliches Gefühl für Sättigung und verhungern nicht.

 

 

*****TIPPS******

 


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