Kontrollierst du auch gern?

Gib die Kontrolle ab……! Da, wo Kontrolle geht, entsteht V E R T R A U E N!!!

Eltern möchten gern und in vielen Bereichen ihr Kind kontrollieren. Sei es bei der Auswahl an Kleidungsstücken, bei der Menge zumutbarer Süßigkeiten, beim zeitlichen Umfang und der Auswahl an Fernsehprogrammen oder als kontrollierende Instanz des kindlichen Verhaltens generell!

 

Meistens geschieht das eher unbewusst. Schließlich wollen Eltern beständig das Beste für ihr Kind- Das ist völlig nachvollziehbar! Allerdings ist es nicht immer das Beste für das Kind!

 

Kontrolle kann metaphorisch als ein Zwangsgerüst betrachtet werden, das ungeheuer viel Energie verschlingt, um aufrechterhalten zu bleiben.

Kontrolle wächst aus dem Nährboden Angst.

Angst, das Kind machen zu lassen.

Angst vor Neuem und Unerwartetem.

Angst, das Kind könnte die KONTROLLE übernehmen.

Angst, das Kind könnte etwas kaputt machen.

Angst, das Kind könnte sich nicht erwartungsgemäß und erwünscht verhalten.

Angst, das Kind würde nicht mehr hören.

Angst, das Kind könnte verwöhnt werden.

Angst, das Kind könnte widersprechen.

 

Du siehst die Liste ist lang und könnte beliebig ergänzt werden…

Fakt ist, Kontrolle wird immer dann eingesetzt, wenn du als Mama an deine Grenzen stößt und glaubst, du müsstest das Verhalten deines Kindes beeinflussen.

 

Wie wirkt Kontrolle?

Kontrolle engt ein, macht dein Kind klein und entspricht keiner gleichwürdigen Haltung miteinander. Biete deinem Kind stattdessen einen starken Rücken oder stehe an seiner Seite, wenn es dich braucht! Unter deinem Kontrollgerüst stehst du deinem Kind gegenüber, eventuell sogar aus Vogelperspektive.

Versuche deine Kontrolle gehen zu lassen.

 

Sage dir, dein Kind wird diese oder jenes schaffen- unrelevant in welcher Qualität.

Unrelevant wie schnell. Unrelevant wie oft. Unrelevant mit welchem Ziel!

Kontrolle ist unnötig und überflüssig!

Dein Kind trägt seine eigene Kontrolle mit sich. Intuitiv wird dein Kind aufhören, wenn es von einer Sache gesättigt ist- Vertraue deinem Kind!

 

Wenn du dein Kontrollgerüst mehr und mehr ablegst, kannst du erkennen, wie viel neuer Raum entsteht. Raum für dich und für dein Kind. Raum, der voller positiver Energie gefüllt wird. Raum, der von gegenseitigem Vertrauen charakterisiert ist. Raum, der so viel neuen Entdeckungs- und Erlebnisraum darstellt.

 

Oftmals empfinde ich es sogar als eine weitere Ebene von Liebe. Dieses gegenseitige wohlwollende, offene und herzliche.

Was ist Vertrauen?

Die Dinge, die dein Kind gerade macht und gleich umsetzen möchte, einfach zulassen und geschehen lassen- das ist Vertrauen. Vertraue in die Fähigkeiten deines Kindes. Vertrauen darin, dass dein Kind einen Weg finden wird- ein Weg, den du vielleicht nicht immer (gleich) sehen kannst.

 

Vertraue deinem Kind! Bedingungslos!


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Kommentare: 4
  • #1

    Alina (Mittwoch, 01 Februar 2017 08:15)

    Interessantes Thema! Könntest Du bitte in punkto Süßigkeiten mehr ausholen? Vertraust Du Deinem Kind die Schublade mit Süßem komplett an? Wir hatten es auch einmal satt, ständig Diskussionen über wie oft und wie viel Süsses zu führen und sagten unserem Älteren einmal: "Hier, alles Süße ist jetzt in Deiner Reichweite. Wir vertrauen Dir, dass Du die nötige Menge für Dich finden wirst. Bedenke: wenn Du stark und gesund sein wirst, sollst Du stattdessen Obst essen." Er hat sich gefreut und wollte normales Essen fast gar nicht mehr. Wir haben uns nicht mehr getraut, die Schublade aufzufüllen.
    Deshalb würde es mich interessieren, was Eure Lösung für das Süsses-Wahn ist. Danke!

  • #2

    Karolin (Donnerstag, 02 Februar 2017 00:43)

    Hallo Alina,
    Kontrolle der Süßigkeiten- da sprichst du früher oder später, in vielen Familien, ein brisantes Thema an! Ihr appelliert also an den Verstand eures Kindes in Form einer indirekten Ermahnung. Wie alt ist dein Kind? Wir haben mittlerweile zwei Süßigkeitentage ( Sonntag und Mittwoch). An diesen Tagen darf unser Großer so viel naschen wie er möchte. Er freut sich oft riesig auf die Tage. Oft isst er da aber gar nicht wirklich viel. Zudem achtet er auch auf uns Eltern, dass wir das mit den Tagen auch genau einhalten sollen. Viel gravierender und häufig unbedacht finde ich es, wenn unseren Kindern in öffentlichen Einrichtungen (Bäcker, Apotheke) ungefragt Süßes zugesteckt bekommen. Mein Sohn lehnt esmittlerweile sogar oft ab und gibt dann als Antwort:" Das brauch ich nicht!" Die Leute sind dann meist sehr verdutzt. Er dürfte es gern annehmen, im Übrigen. Manchmal sagt er auch, dass ist für seinen Süßigkeitentag. Meine Erfahrung zeigt mir, dass meine Kinder das Verlangen nach Süßem haben, wenn sie richtig Hunger haben und nicht sofort etwas in Reichweite ist. Vielen Dank für deine Anregungen! Herzlich Karolin

  • #3

    Alina (Samstag, 04 Februar 2017 13:12)

    Danke für die Antwort!
    Der Ältere ist 4,5 Jahre alt, der Jüngere 1,5.
    Das mit den Süigkeitentagen ist eine gute Idee. Das muss dann aber für alle Familienmitglieder gelten, nicht auch für den Papa... :-/ Ich habe das Gefühl, dass er zum Süßen greift wenn er müde ist. Es ist dann sehr schwer, ihn dazu zu bekommen, dass er sich ausruht.

  • #4

    MArtina (Donnerstag, 31 August 2017 13:04)

    Hallo Karolin,,
    wieso ist "2 Süßigkeitstage die Woche" keine Kontrolle ?