Unerwartete Herausforderung des 1. Kindes!?

Die neue Mutterrolle verschiebt die Sicht

Mit der Geburt und der Entwicklung des 1. Kindes lernt sich eine Mutter noch einmal neu kennen. Sie erfährt, dass die bisher angenommenen Erwartungen an die Mutterschaft, Elternschaft und das neu zu gestaltene Zusammenleben mit dem eigenem Kind nicht oder nur unzureichend zutreffen.

 

Die neue Rolle als Mutter verändert die Perspektive, macht verletzlicher und ist immer von Liebe geprägt, die die Hauptfahne charakterisiert. Genau das macht es, was neue Wege entstehen lässt und konventionelle Denkmuster in Frage stellt.

 

Tragen war mit Vorurteilen behaftet

Bevor wir Eltern wurden, begegneten wir Eltern mit tragendem Säugling meist mit Vorurteilen. Wir sahen ein dick eingehülltes Baby kaum wahrnehmbar an der Mama oder dem Papa gewickelt. Wunderten uns wie der Säugling in dieser Lage ausreichend Luft bekommen sollte. Aber vielmehr verstanden wir noch nicht, warum sie ihr Baby nicht in einen herkömmlichen Kinderwagen legten. Wir waren uns einig, dass wir das später garantiert nicht so machen würden!

 

Der Einzug des Familienbetttes

Tja, und dann kam unser erster Sohn auf die Welt. Von der ersten Nacht an, konnte ich es nicht übers Herz bringen ihn im Bettchen neben mir „abzulegen“. Hatte ich ihn doch neun Monate direkt an meinem Herzen getragen. Ihm die Geborgenheit geschenkt, die er brauchte. Nach einem einzigen Versuch in seinem Bettchen zu schlafen, was er ziemlich schnell durch Weinen verneinte, nächtigte er schließlich bei uns im Bett. Aus unserem Bett wurde ein Familienbett. Vor und während meiner Schwangerschaft war mir dieser Begriff überhaupt nicht klar gewesen. Keiner unserer Bekannten hatten den Begriff jemals vorher geäußert.

 

Entspanntes Schieben des Kinderwagens war kaum möglich!

entspantes Kinderwagen schieben

Dann folgte die Sache mit dem Kinderwagen. Wir hatten einen recht modernen Kinderwagen mit Luft gepolsterten Reifen, was für unser damaliges Stadtleben ideal erschien. Allerdings konnten wir kaum große Spaziergänge durchführen, weil unser Baby dort entweder gleich weinte oder nur nach sehr langem Hin- und Herfahren, das dann eher von weinenden Tönen unseres Babys begleitet wurde, stattfandt. Das war auf Dauer und für die Zukunft für uns nicht der richtige Weg! Es fühlte sich für uns und besonders für unser Kind nicht wirklich gut an. Umso dankbarer und glücklicher waren wir als wir im 2. Lebensmonat ein Tragesystem ausprobierten und sichtlich Erleichterung erfuhren. Alles erschien auf einmal viel leichter zu gehen. Unser Baby war bei uns, hatte Hautkontakt, spürte unsere Wärme, war ruhig, ausgeglichen, konnte friedlich und auch irgendwie nebenbei in den Schlaf gleiten. Seitdem war unser Bondolino unsere beste Errungenschaft und ständiger Begleiter!

 

Die Verweigerung des Breis!


Auch in Sachen Ernährung und Breiumstellungen belehrte uns unser 1. Kind eines besseren. Trotz frisch zubereitetem Brei und Engagement der Mama aß er höchstens zwei bis drei Löffel davon, mehr wollte er nicht. Dagegen tolerierte er es, feste und greifbare Nahrungsmittel kurzzeitig auszutesten. Er stillte sich deutlich länger als der deutsche Durchschnitt der Kinder seines Alters. Noch heute isst er sehr intuitiv und lässt sich von seinen Körpersignalen leiten. Es wechseln sich Essphasen ab, die geprägt sind von Lieblingsmittagessen, die monateweise Eierkuchen, Kartoffelbrei, Möhren- Ingwer- Suppe,  Brokkoli oder Spinat waren. Nur sehr zögerlich hat er sein generelles Nahrungsrepertoire erweitert. Selbst heute ist es eine sehr überschaubare Menge an Lebensmitteln, die aufs Brot gelegt/ geschmiert werden. Jedoch nimmt er an Obst und Gemüse fast alles an. Ein Brotesser ist er bis heute nicht- wird er auch nicht werden!

 

 

In seinen ersten drei Lebensjahren war er ein eher ruhiger Junge, der sich Zeit ließ im Kontaktaufbau und Vertrauensentwicklung zu anderen Kindern. Dann änderte sich in den Folgejahren, so dass er heute sehr selbstbewusst, klar und sicher Kontakte aufbaut und hält. Er weiß, was er möchte, was er mag und was ihm keine Freude bereitet. Er hat eine Vielzahl an Interessen, von denen zwei von Anfang an herausgestochen haben.

 

Viele Erkenntnisse werden bewusst!


Mich als Mama hat es gelehrt, die Perspektive permanent zu Gunsten meines Kindes zu wechseln und mich stärker in mein Kind hineinzufühlen. Oft habe ich mich selbst gefragt, wie habe ich das als Kind erfahren, an was kann ich mich erinnern. Das hat mich zurückgeführt, zu fragen, wer bin ich eigentlich und wie ticke ich. Nicht erschreckend, aber dennoch überraschend sah ich einige Eigenschaften meines Sohnes bei genauerer Betrachtung auch bei mir. Bis heute stellt sich- vor allem auch rückblickend für mich heraus, dass unser 1. Kind hochsensitiv in vielen Bereichen erscheint! Nicht wirklich neu, wenn ich über mich selbst und dem was mir gut/ nicht gut tut reflektiere!

 

 

Mein Kind hat mir die Chance offeriert, wieder stärker zu mir und meiner eigenen Mitte zurückzufinden. Ich fühle mich heute mehr im Einklang mit mir selbst als je zuvor. Ich habe gelernt, dass mein Kind mich nicht ärgern möchte oder mit seinem Verhalten austricksen möchte. Vor allem die Bindungsentwicklung und die Qualität des in Beziehung gehens zu sich selbst und zum Kind haben mich geprägt!

 

Bedingungsloses Vertrauen gilt als Grundpfeiler!

Was ich anderen Eltern empfehle, ist Vertrauen! Habe Vertraue zu dir selbst- du tust gerade das Beste, was du tun kannst! Vertraue deinem Kind- auch es im Moment gerade sein Bestes. Es ist immer der Spiegel deiner selbst! Arbeite zuerst an dir, dann verändert sich auch die Beziehung zwischen dir und deinem Kind! Vertraue deinem Kind bedingungslos- das ist Liebe in seiner reinsten Form! Bedenke, dass dein Kind immer einen triftigen Grund für sein Verhalten hat.

 

Letztlich versuche dich immer wieder neu von äußeren Denkmustern und Dogmen zu befreien! Schaue wie euer Familienleben harmonisch gestaltet werden kann- ungleich wie andere Familien das machen oder wie andere über euch denken!

 

Sei stark und habe Mut- es ist DEIN Kind!!!

Stehe voll und ganz hinter deinem Kind!

Es ist der wertvollste Teil von dir!

In diese Sinne:

 

Vertraue dir und deinem Kind! Bedingungslos!

Vertraue darin, dass ihr einen stimmigen Weg finden werdet!

 

Was ist deine große Herausforderung mit deinem 1. Kind gewesen?

 

Herzlich

Karolin

 

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